Die überwältigende Mehrheit der Touristen, die Thailand besuchen, nutzt den Luftverkehr. Praktisch alle großen Städte und Provinzzentren verfügen über Flughäfen, und das inländische Streckennetz ist sehr gut ausgebaut. Das Land besitzt für seine Größe ein besonders dichtes Netz an Flugrouten, die meisten davon führen über Bangkok – das wichtigste Lufttor des Landes. Die Flugdauer beträgt in der Regel eine bis eineinhalb Stunden.
Das Erste, was Touristen sehen, die über Bangkok nach Thailand kommen, sind die modernen Terminals des neuen Suvarnabhumi-Flughafens (eröffnet im Jahr 2006). In der Hauptstadt ist auch der ältere Flughafen Don Mueang in Betrieb, der Inlandsflüge abwickelt.
Viele internationale Fluggesellschaften fliegen regelmäßig nach Bangkok, darunter auch zwei thailändische Airlines – Thai Airways und Bangkok Airways. Die staatliche Thai Airways führt täglich mehrere Flüge von Bangkok zu allen wichtigen Städten des Landes durch. Kleine Ortschaften werden nur drei- bis fünfmal oder sogar nur einmal täglich angeflogen. Die private Bangkok Airways konzentriert sich vor allem auf Flüge zu Badeorten und Städten, die von Thai Airways nicht bedient werden.
Die erste Eisenbahn in Thailand wurde 1894 eröffnet. Es handelte sich um eine kurze Strecke von Bangkok zur Küste des Golfs von Thailand. Doch dieser Verkehrszweig entwickelte sich schnell und spielte bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine bedeutende Rolle im Leben des Landes. In Bangkok wurde sogar ein Eisenbahnmuseum eröffnet.
Heute sind fast alle wichtigen Städte Thailands durch Eisenbahnlinien miteinander verbunden. Bindeglied ist stets Bangkok – hier laufen alle Strecken zusammen, hier beginnen und enden alle Züge (Durchgangszüge gibt es nicht). Die Hauptstadt besitzt zwei Bahnhöfe: den Hauptbahnhof Hua Lamphong und den Nebenbahnhof Noi (im Stadtteil Thonburi, hauptsächlich für Nahverkehrszüge). Zusätzlich gibt es mehrere Zwischenstationen, darunter Don Mueang im Flughafenbereich.
Die thailändische Eisenbahn bietet eine große Auswahl an Zugtypen und Waggons. Es gibt gewöhnliche Züge, Schnellzüge, Express- und Sonderexpresszüge, wobei der Geschwindigkeitsunterschied nicht immer deutlich ist. Sonderexpresszüge sind im Allgemeinen etwas schneller als Expresszüge, und Expresszüge schneller als Schnellzüge. Zeitersparnis von einer bis zwei Stunden ergibt sich hauptsächlich bei langen Strecken in den Süden. Gewöhnliche Züge sind deutlich langsamer und eignen sich nur, wenn man sparen möchte. Es gibt Waggons erster, zweiter und dritter Klasse, wobei die Qualität je nach Zugtyp stark variieren kann. Gewöhnliche Züge bestehen ausschließlich aus Waggons dritter Klasse.
Moderne Autobahnen durchziehen Thailand in alle Richtungen, weshalb Reisen mit dem Auto problemlos möglich sind. Autos kann man in jeder touristisch entwickelten Stadt mieten.
Busse gibt es in Thailand in großer Vielfalt: gewöhnliche, AC (blaue), NAC (orange), VIP, private und städtische. In Bangkok und anderen großen Städten sind sie meist überfüllt, daher ist ihre Nutzung weniger empfehlenswert. Das landesweite Busnetz ist gut organisiert, und man kommt ohne Schwierigkeiten von Bangkok in jede Region des Königreichs. Wichtig: Steigen Sie möglichst in einen Bus mit Klimaanlage ein. Langstreckenbusse sind immer sehr gut ausgestattet.
In Thailand sind Fährverbindungen weit verbreitet. Mit Schnellbooten erreicht man Surat Thani – Koh Samui, die Provinz Krabi, die Inseln Phi Phi und Lanta. Allerdings ist zu beachten, dass bei Sturm und in der Regenzeit der Bootsverkehr eingestellt wird.
Nachts sollte man nicht auf kleinen Booten reisen, da Radargeräte nur auf großen Schiffen vorhanden sind.
In Thailand gibt es mehrere Taxitypen – gewöhnliche Autos mit Dachzeichen und „Tuk-Tuks“. Gewöhnliche Taxis werden in zwei Kategorien unterteilt. In die erste Gruppe gehören Autos, bei denen der Fahrpreis vorab ausgehandelt werden muss. Meist nennen die Fahrer einen doppelten Tarif, daher informieren Sie sich vorher beim Reiseleiter oder im Hotel über die üblichen Preise. Zur zweiten Gruppe gehören Taxis mit Taxameter. Diese sind sehr einfach zu benutzen. Sagen Sie beim Einsteigen „Taxi meter“, und der Fahrer schaltet den Zähler ein. Zunächst erscheint ein Grundpreis von 35 Baht, danach erfolgt die Berechnung nach gefahrenen Kilometern.
Als Taxi dienen auch „Tuk-Tuks“ – dreirädrige motorisierte Fahrzeuge. Sie sind bei Touristen besonders beliebt wegen ihres originellen Aussehens und ihrer Exotik. Der Name leitet sich vom charakteristischen Motorengeräusch ab. Tuk-Tuks fahren schneller als Autos, da sie dank ihrer Wendigkeit Staus problemlos umfahren können. Den Preis sollte man vor der Fahrt vereinbaren, da Tuk-Tuks keinen Zähler besitzen. Und: Handeln gehört dazu! Allerdings sollte man bedenken, dass sowohl Taxi- als auch Tuk-Tuk-Fahrer oft aus ländlichen Regionen stammen und manchmal nicht wissen, wo sich das gewünschte Ziel befindet. Wichtig: Bei einem Unfall sind die Passagiere eines Tuk-Tuks völlig ungeschützt – daher ist ein modernes Taxi die sicherere Wahl.
In jeder der 80 Provinzen und den 30.000 Klöstern Thailands werden eigene Feste gefeiert. Zudem gibt es eine Reihe nationaler ziviler und religiöser Feiertage. Die wichtigsten stellen wir hier vor. Da religiöse Feste nach dem Mondkalender stattfinden und Provinzfeiern oft auf Wochenenden gelegt sind, haben sie keine festen Daten. Den aktuellen Kalender erfährt man im Hotel oder bei der TAT (Tourism Authority of Thailand) sowie aus kostenlosen Broschüren in Hotels und Einkaufszentren. Banken, Behörden und Museen sind an religiösen und staatlichen Feiertagen geschlossen.
Chinesisches Neujahr (21. Januar – 21. Februar) Mit Ausnahme der chinesischen Gemeinschaft in Nakhon Sawan, die Feuerwerke und „Drachentänze“ veranstaltet, ist dies ein Familienfest. Die Volksgruppen Mien, Lisu und Lahu feiern ebenfalls ausgelassen, meist ungefähr zur gleichen Zeit. Besonders interessant sind Ausflüge in den Norden Thailands.
Makha Bucha (Vollmondtag im Februar) Nationaler buddhistischer Feiertag zur Erinnerung an die Versammlung von 1250 Anhängern Buddhas. Gläubige beten, geben Almosen und lassen Vögel und Fische frei. Abends ziehen Mönche mit Gläubigen um die Tempel, jeder trägt Blumen und Kerzen.
Chakri-Tag, 6. April Feiert die Gründung der Chakri-Dynastie im Jahr 1782 durch König Rama I. Heute regiert König Rama IX.
Pattaya-Festival, Anfang April In Thailands bekanntestem Badeort finden Umzüge, Blumendekorationen und Feuerwerke statt.
Thailändisches Neujahr (Songkran), Mitte April Ein traditionelles Fest, besonders farbenfroh in Chiang Mai. 3–5 Tage lang finden Pilgerfahrten, Paraden und Wasserschlachten statt. Man bespritzt sich mit Wasser, um Glück zu bringen. Wertgegenstände sollte man im Hotel lassen. Am letzten Tag werden Buddha-Statuen mit Wasser übergossen.
Tag der Krönung, 5. Mai Am 5. Mai 1950 bestieg König Bhumibol Adulyadej den Thron. Er trägt den volkstümlichen Titel „der Große“.
Visakha Bucha (Vollmondtag im Mai) Ein wichtiges buddhistisches Fest, das Geburt, Erleuchtung und Tod Buddhas ehrt. Es wird landesweit mit guten Taten und Almosen begangen.
Fruchtfestival der östlichen Provinzen, Mai Die Provinzen Rayong, Chanthaburi und Trat feiern die Ernte mit Märkten und farbenfrohen Paraden.
Königliche Pflugzeremonie, Anfang Mai Diese alte Zeremonie in Sanam Luang (Bangkok) markiert den Beginn des Reisanbaus. Der König führt symbolische Handlungen aus, und aus dem Verhalten des Zeremonien-Stieres wird der Ertrag vorhergesagt. Am Ende kämpfen Bauern scherzhaft um die glücksbringenden Reiskörner.
Langsat-Festival, Mai–Juni Wenn in Thailand die Langsat-Frucht reift, werden im ganzen Land traditionell farbenfrohe Umzüge, fröhliche Wettbewerbe sowie Obst- und Souvenirmärkte veranstaltet.
Asalha Puja, Anfang Juli Ein religiöses buddhistisches Fest, das den Beginn der buddhistischen Fastenzeit markiert. An diesem Tag hielt Buddha seine erste Predigt für seine fünf ersten Anhänger. Die Mönche ziehen sich für die folgenden drei Monate in die Klöster zurück und verlassen diese während der gesamten Fastenzeit nicht (bis zum Ende der Regenzeit – dem Ok Phansa-Fest). Dies ist die traditionelle Zeit für Mönchsweihen.
Kerzenfestival, Anfang Juli Die Thais fertigen riesige, kunstvoll geschnitzte Kerzen an und bringen sie in die Klöster, damit die Mönche sie während der Regenzeit anzünden können. In den Dörfern finden farbenprächtige Prozessionen mit Volkstänzen statt. Besonders prachtvoll werden die Feierlichkeiten in der Provinz Ubon Ratchathani abgehalten.
Geburtstag Ihrer Majestät der Königin und Muttertag, 12. August Am 12. August feiert Thailand den Geburtstag Ihrer Majestät Königin Sirikit. Zu diesem Anlass werden Konzerte, Bücher, sportliche Leistungen und neue Wohltätigkeitsorganisationen der Königin gewidmet. Landesweit werden Straßen geschmückt, blau-weiße Fahnen mit königlicher Symbolik aufgehängt sowie Porträts der Königin gezeigt. Dieses Fest ist für die Thais besonders wichtig, da es zugleich als Muttertag begangen wird. Traditionell verschenkt man Jasminblumen, da sie die Blume Ihrer Majestät sind.
Jährliche Langboote–Rennen, September Die traditionellen Wettkämpfe werden von farbenfrohen Festen an Land und auf dem Wasser begleitet sowie von Märkten mit lokalen Früchten und Souvenirs. Der Sieger erhält den Königspreis.
Vegetarierfestival, Anfang Oktober Die chinesische Minderheit auf Phuket und in der Provinz Trang hält neun Tage lang eine vegetarische Diät. Der erste Tag beginnt mit einer Prozession der Anhänger, die weiße Gewänder tragen. Im Laufe des Festivals finden Umzüge mit Götterstatuen sowie traditionelle rituelle Zeremonien statt.
Bootsrennen, Oktober Die Kathin-Zeit markiert das Ende der Regenzeit und den Beginn zahlreicher Jahrmärkte, auf denen Bootsregatten veranstaltet werden. Die bekanntesten Rennen finden in der Stadt Nan (790 km nördlich von Bangkok) sowie in Surat Thani, Phichit, Nakhon Phanom und Pathum Thani statt.
Loy Krathong (Lichterfest), Vollmondtag im November Eines der schönsten Feste Thailands, das seinen Ursprung in der Antike hat. Bei Mondlicht setzen die Thais Krathongs – kleine Boote aus Lotusblüten oder Bananenblättern – mit brennenden Kerzen auf die Flüsse. Man wirft Blumen und Münzen ins Wasser. Die Menschen glauben, dass die Wassergeister in dieser Nacht die Sünden des vergangenen Jahres fortspülen. Das Fest wird von spektakulären Feuerwerken begleitet. Besonders prächtige Feierlichkeiten finden in Sukhothai (großes Festival) und in Chiang Mai statt, wo leuchtende Papierlaternen in den Himmel steigen.
Elefantenshow in Surin, Mitte oder Ende der dritten Novemberwoche Ein beeindruckendes Spektakel: etwa 100 Elefanten zeigen ihre Intelligenz, Kraft und Fähigkeiten, spielen Fußball, nehmen an Rennen teil, jagen und stellen Szenen alter Schlachten nach.
Woche der Brücke am Kwai-Fluss, Ende November – Anfang Dezember In Kanchanaburi im Westen Thailands finden historische und archäologische Ausstellungen, Volksfeste, Märkte, Feuerwerke und Dampflokrennen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs statt. Die legendäre „Todesbahn“ zieht Tausende Touristen an.
Geburtstag Seiner Majestät des Königs und Vatertag, 5. Dezember Feierlichkeiten finden im ganzen Land statt. Traditionell wird jedes Regierungsgebäude mit Porträts des Monarchen und bunten Lichtergirlanden geschmückt. Am 3. Dezember findet auf dem Royal Plaza in Bangkok eine feierliche Zeremonie statt, bei der die königliche Garde ihre Treuebekundung erneuert. Gleichzeitig wird am 5. Dezember der Vatertag gefeiert.
Tag der Verfassung, 10. Dezember Ein nationaler Feiertag zur Erinnerung an die Verabschiedung der ersten thailändischen Verfassung im Jahr 1932.
Weihnachten und Neujahr, 25. Dezember und 1. Januar Diese Feste werden vor allem in touristischen Zentren wie Bangkok, Pattaya, Phuket und Samui gefeiert – mit Weihnachtsbäumen, Musik, Shows und zahlreichen Veranstaltungen.
Die thailändische Küche ist einzigartig. Ihr Charakter wird stark vom Klima und der Kultur geprägt. Die tropische Vegetation und die Nähe zum Meer bewirken eine breite Nutzung von Früchten, Gewürzen und Meeresprodukten. Migrationen und der Kontakt mit anderen Völkern beeinflussten die Zubereitungsmethoden. Die ursprüngliche Heimat der Thai liegt in den Bergregionen Südchinas. Zwischen dem 6. und 13. Jahrhundert wanderten sie in die südlichen Gebiete aus, in denen heute Thailand, Laos und Myanmar liegen. Dies spiegelte sich deutlich in den kulinarischen Vorlieben wider.
Die thailändische Küche vereint die Qualität und Logik der chinesischen Küche mit der Schärfe der indischen. Dennoch schufen die Thailänder eigene Besonderheiten, die ihre Küche unverwechselbar machen. Gewürzmischungen (khreuang kaeng) und einfache geschmorte Fleischgerichte erinnern an Indien, jedoch werden – im Gegensatz zu Indien – keine Milchprodukte zum Braten verwendet. Auch Stärke und schwere Saucen aus der chinesischen Küche werden nicht genutzt.
Grundprinzipien der thailändischen Küche Es gibt keine strengen Regeln. Der Geschmack hängt von Zutaten, Gewürzen und dem Stil des Kochs ab. Wichtig ist das Gleichgewicht zwischen Speisen und Beilagen. Reis ist das Hauptnahrungsmittel, vergleichbar mit Brot in Europa. Er muss frisch und heiß serviert werden. Die zweite Basis sind Nudeln: – dünne Reisnudeln (kuaytiao sen lek), – dicke Reisnudeln (kuaytiao sen yai), – gelbe Eiernudeln (bamee).
Thais essen wenig, aber oft. Messer werden nicht verwendet – alles ist bereits kleingeschnitten. Nach dem Essen genießt man gewöhnlich Früchte. Das Ziel jeder Mahlzeit ist ein harmonischer Ausgleich der fünf Geschmacksrichtungen: süß, sauer, salzig, bitter und scharf.
Typische Zutaten – süß: Zuckerrohr, Palmzucker, reife Ananas – sauer: Limetten, unreife Früchte, Essig – salzig: Salz, Fischsauce (nam plaa) – bitter: Bittermelone (ma-ra) – scharf: frischer oder getrockneter Chili
Einflussreiche Bestandteile Zwei typische Zutaten der thailändischen Küche sind Currypasten und Kokosmilch. Die beliebtesten Saucen sind kaeng massaman, kaeng kheow waan, kaeng karee und der berühmte kaeng phet. Kokosmilch mildert die Schärfe und ist in Fleisch- und Fischgerichten sehr verbreitet. Ein besonderes Merkmal der thailändischen Küche ist die kunstvolle dekorative Präsentation – das Schnitzen von Gemüse und Früchten ist eine wahre Kunstform.
Hauptkategorien – nicht scharfe Gerichte (gebraten oder gedämpft) – scharfe Gerichte (oft mit Kokosmilch) – Salate (mit Gemüse oder Fleisch, süß, sauer oder scharf) – Gemüsegerichte (meist leicht sauer)
Vorspeisen Poh piah sod – Rollen mit Würstchen, Omelett und Gemüsesalat Mi krob – knusprige Nudeln in süß-saurer Sauce
Suppen Tom yam kung – scharf-saure Suppe mit Garnelen und Pilzen Tom kha kai – scharf-saure Kokossuppe mit Huhn
Salate Som tam – scharfer Salat aus Papaya, Spargel und Meeresfrüchten Yam nuea – gegrilltes Fleisch, Gurke, Zwiebel, Chili und Limettensaft Larb kai – Hühnchen mit Zwiebel, Limettensaft und Chili
Nudeln Phat thai – Reisnudeln mit spezieller Sauce, Eiern, Garnelen, Bohnensprossen und Frühlingszwiebeln.
Kaeng kheow wan nuea – scharfes Rindfleisch mit grünem Curry Khao nam prik long ruea – scharfer Reis mit Garnelen Khao phat khee mao – scharfer Reis mit thailändischem Basilikum und Meeresfrüchten.
Feinschmecker betrachten die thailändische Küche als eine der besten der Welt. Allerdings sind die meisten thailändischen Gerichte unglaublich scharf. Wenn man in einem Restaurant bestellt, ist es ratsam, den Kellner vorher zu informieren – dann bringt er die Sauce separat in einer kleinen Schale. Doch selbst wenn man den Moment verpasst, sollte man die scharfen Saucen nicht mit Wasser herunterspülen, in der Hoffnung, sich so vor der kulinarischen Schärfe zu schützen. Besser ist es, dem Beispiel der Thais zu folgen und mehr Reis zu essen. Einige Gerichte werden hier nur auf Bestellung zubereitet. Dazu gehören gedünstetes Hähnchen (khao man kai), Schweinefüße in Sojasauce (kha moo) sowie gedämpfte Hefeteigtaschen (salapao) mit verschiedenen Füllungen – sowohl salzig (khem) als auch süß (waan), was ihnen einen hervorragenden Geschmack verleiht.
Straßenimbisse mögen manchmal fragwürdig wirken, aber das Essen wird dort – im Gegensatz zu Restaurants – direkt vor den Augen der Gäste zubereitet. Daher kaufen Europäer, die eine Zeitlang in Thailand gelebt haben, ohne Bedenken jegliches Essen in solchen improvisierten „Garküchen“. Sie sind buchstäblich an jeder Ecke zu finden. Dort arbeiten sorgfältige Hausfrauen, die frisches Obst und Gemüse verwenden (direkt vom Markt) und Gerichte zubereiten, die den Speisen professioneller Köche in nichts nachstehen. Zudem ist solches Essen deutlich günstiger.
Nuea – Rindfleisch Kai – Huhn Thua – Bohnen Moo – Schweinefleisch Pla – Fisch Makheua – Aubergine Kaeng – Currygerichte Phat – gebratene Gerichte Tom – gekochte Gerichte Yum – Salate Naam tarn – Zucker Naam chaa – Tee Naam yen – kaltes Wasser Kleua – Salz Prik – Chili Phed – scharf Rorn – heiß Yen – kühl Waan – süß Khem – salzig A roy – lecker
Die Kunst der Massage hat in Thailand eine jahrhundertealte Tradition. Der Legende nach war der Begründer dieser Heilmethode der nordindische Arzt Jivaka Kumar Bhaccha, ein Zeitgenosse und Freund Buddhas. Er diente König Bimbizara, der vor über 2.500 Jahren regierte, als Leibarzt. Man nimmt an, dass Kumar Bhacchas Lehren im 2. oder 3. Jahrhundert v. Chr. das Gebiet des heutigen Thailands erreichten und bis heute erhalten geblieben sind, da sie mündlich – vom Meister zum Schüler – weitergegeben wurden. Die Thaimassage wird erstmals in alten buddhistischen Texten der Südlichen Schule aus dem 17. Jahrhundert erwähnt. Diese Texte wurden in Pali (der Sprache des buddhistischen Kanons) auf Palmblättern verfasst. Die Informationen, die in Form von Diagrammen und Kommentaren an den Wänden des Wat Pho-Tempels eingraviert sind, gelten seit jeher als heilige Stätte. Spezialisten für „Hochleistungsmassage“ gelten als Osteopathen, deren Technik über Jahrhunderte in buddhistischen Klöstern verfeinert wurde (dies ist der komplexeste Zweig der traditionellen Thai-Massage).
Die Thai-Massage ist eine ganze Kunstform. Die Behandlung beginnt mit einer Gebetsmeditation, die dem Masseur hilft, sich voll und ganz auf seine Arbeit und die Behandlung zu konzentrieren. Nur in einem Zustand der Ruhe, der Besinnung und der Kontemplation kann man die Fähigkeit entwickeln, intuitiv biologisch aktive Punkte am Körper zu finden und Energielinien zu spüren. Nur indem der Meister das spirituelle Wesen seiner Kunst kennt, kann er auf die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen eingehen. Die Thai-Massage (auch königliche Massage genannt) wird langsam und zu entspannender Musik auf dem Boden durchgeführt und dauert 2 bis 2,5 Stunden, während der Klient angenehme Empfindungen erlebt. Die Besonderheit der Thai-Massage liegt darin, dass ihre Technik die Methoden dreier Therapien vereint: lineare Massage, Tiefenmassage der Muskel- und Sehnenmeridiane und manuelle Therapie mit Elementen des Yoga (zur Öffnung der Energiekanäle des Körpers).
Die Thai-Massage wird entlang von zehn Linien ausgeführt, auf denen sich die wichtigsten biologischen Punkte befinden. Durch diese Linien, wie durch eine Art Fenster, strömt die Lebensenergie Prana aus dem Raum in den Körper. Blockaden dieser Punkte führen zu Energieblockaden, Ungleichgewicht und in der Folge zu verschiedenen Krankheiten. Ein erfahrener Massagetherapeut stimuliert die entsprechenden Punkte und Linien, stellt den Pranafluss wieder her und fördert die Heilung. Diese hohe Kunst der Massage wurde trotz der Tatsache erreicht, dass die traditionelle thailändische Medizin nur wenig anatomische Kenntnisse nutzte, da es im alten Thailand verboten war, den menschlichen Körper zu öffnen, und es daher lange Zeit keine Operationen gab. Die Existenz von Energielinien und die Tatsache, dass deren gezielte Stimulation Krankheiten verschiedenster Art heilt, ist von vielen modernen Forschern bereits anerkannt. Ein sehr wichtiger spiritueller Aspekt der Thai-Massage ist der sogenannte Zustand der Metta (frei übersetzt: „heilende Güte der Liebe“): der Wunsch, andere glücklich zu machen, ihre Beschwerden zu lindern und aktiv zu lieben und mitzufühlen. Jahrhundertelange Erfahrung zeigt, dass ein Meister, selbst bei gleichbleibenden Bewegungen, mehr Nutzen bringt, wenn er seinen Patienten aufrichtig verstehen und sich in ihn hineinversetzen möchte. Empathie und Verständnis geben dem Therapeuten das nötige Selbstvertrauen und ermöglichen präzise abgestimmte Handlungen. Ohne diese spirituelle Komponente reduziert sich die Thai-Massage auf die banale Ausführung auswendig gelernter Bewegungen – eine Entweihung uralter Kunst.
Jede Massage ist ein Dialog zwischen den Händen des Masseurs und dem menschlichen Körper. Eine der wichtigsten Fähigkeiten eines Therapeuten ist die Fähigkeit, unmittelbar und richtig auf jede negative Körperreaktion – sei es Schmerz oder etwas anderes – zu reagieren und den gesamten Komplex so anzupassen, dass er den individuellen Bedürfnissen des jeweiligen Patienten optimal entspricht. Ein erfahrener und aufmerksamer Spezialist kann eindeutig zwischen echtem Schmerz (der ein Warnsignal ist) und dem natürlichen Gefühl körperlichen Unbehagens unterscheiden, das in den Muskeln als Reaktion auf deren aktive, erzwungene Kontraktion und Dehnung entsteht – eine unverzichtbare Eigenschaft jeder Thai-Massage.
1. Die Massage beginnt an den Extremitäten, dann folgen die Bewegungen am ganzen Körper und sie endet wieder an den Extremitäten. Diese Reihenfolge entspricht den Gesetzen des Energieflusses und der Notwendigkeit, die Belastung gleichmäßig zu verteilen und die Gefäße des Blut- und Lymphsystems zu aktivieren.
2. Die Bewegungen erfolgen ausschließlich in eine Richtung: von den Füßen zum Kopf. Zuerst werden vorbereitende Techniken angewendet, dann arbeitet der Masseur entlang der Energiebahnen (Meridiane) und erst danach wendet er Yoga-Elemente an.
3. Die Massage sollte ausgewogen sein: Jede Bewegung auf einer Körperseite wird stets auf der anderen Seite wiederholt.
4. In letzter Zeit bieten viele Salons neben der klassischen Thai-Massage auch Fuß- und Handflächenmassagen an – eine uralte Praxis.
Neben bekannten Früchten wie Bananen, Ananas, Papaya und Mango wachsen in Thailand viele weitere Sorten: Durian, Mangostan, Sapodilla, Rambutan, Longan, Jackfrucht, Rosenäpfel.
Ananas (thailändisch Sapa-rot). Thailändische Ananas gelten als eine der besten der Welt. Es gibt etwa achtzig Sorten dieses Obstes. Die gelb-grüne Schale verbirgt ein saftiges, faseriges Fruchtfleisch, das reich an Mineralien und Vitaminen ist. Der Geschmack ist intensiv – von süß-sauer bis süß. Der Duft einer reifen Ananas ist angenehm und leicht süßlich. Beim Kauf sollte man auf die Festigkeit achten – sie sollte unter den Fingern leicht nachgeben, aber weder zu weich noch zu hart sein.
Drachenfrucht (thailändisch geow mangon). Eine leuchtend rosafarbene Frucht mit Schuppen. Etwa so groß wie ein großer Apfel und leicht länglich. Die Ränder der „Schuppen“ sind grün oder hellgrün. Das Fruchtfleisch ist weiß und mit kleinen schwarzen Samen gefüllt.
Guave (thailändisch Farang). Saison: ganzjährig. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Südamerika, wie sie nach Thailand gelangte, ist unklar. Möglicherweise wurde sie von den Spaniern eingeführt. In Südostasien hat sie sich gut angepasst und gehört heute zu den beliebtesten Früchten. In Thailand isst man sie meist unreif (wenn das Fruchtfleisch noch grün und fest ist) mit Salz, Zucker und Gewürzen.
Jackfrucht (thailändisch kha nun). Saison: Januar bis Mai. Die hohen Jackfruchtbäume wachsen vor allem im Süden Thailands. Die schwere, runde Frucht von der Größe einer großen Melone lässt sich nur mit einem großen Messer schneiden. Unter der grünlich‑gelben Schale befinden sich gelbe Fruchtsegmente mit einzigartigem Geschmack und starkem Aroma, umgeben von zahlreichen Samen. Reifes Fruchtfleisch isst man frisch, unreifes wird gekocht. Jackfrucht wird oft mit anderen Früchten gemischt oder in Eiscreme und Kokosmilch verwendet. Die Samen werden separat gekocht und ebenfalls in Gerichten verwendet.
Durian (thailändisch Durian). Saison: Mai bis August. Er wird „König der Früchte“ genannt – wegen seines hohen Gehalts an Vitaminen und Spurenelementen. Während der Saison füllen sich thailändische Märkte jedoch mit seinem intensiven, starken Geruch, und Hotels stellen Verbotsschilder auf. Durian ist wegen seines außergewöhnlichen Geschmacks beliebt, obwohl sein Geruch für viele äußerst unangenehm ist. Man sollte ihn unbedingt probieren, aber nicht ins Hotel mitnehmen (Gefahr von Strafen). Für den Rücktransport eignet sich nur luftdicht verpackter Durian aus dem Duty-Free.
Kokosnüsse (thailändisch ma phrao). Saison: ganzjährig. Ohne Kokosnüsse wäre die thailändische Küche nur eine Mischung aus chinesischer und indischer Küche. Kokosnüsse werden ähnlich häufig verwendet wie Kartoffeln in Russland: in Reisgerichten, frisch verzehrt und in den meisten Suppen als Kokosmilch. Kokosnüsse in Sirup werden als Dessert angeboten. Auf Märkten verkauft man Kokosmilch direkt in der Kokosnuss.
Langsat (thailändisch lang sat). Saison: Juli bis Oktober. Eine außerhalb Thailands kaum bekannte, aber sehr beliebte Frucht. Das grauweiße Fruchtfleisch schmeckt zugleich süß und säuerlich. Die Samen sind sehr bitter, daher sollte man vorsichtig essen.
Litschi (thailändisch Linchi). Saison: April bis Juni. Früher waren Litschis teuer, da sie aus China importiert wurden. Heute werden sie im Norden Thailands angebaut, dennoch sind sie teurer als andere Früchte. Es gibt viele Sorten. Litschis haben süßes Fruchtfleisch, ähnlich wie Weintrauben, und sind rosa bis purpurfarben.
Longan (thailändisch Lamyai). Saison: Juni bis August. Der Name stammt aus dem Chinesischen („Auge des Drachen“). Die Frucht kam ebenfalls aus China und wächst im Norden Thailands. Longan wird besonders geschätzt – man isst ihn frisch oder serviert ihn in Restaurants mit Eiscreme.
Longkong (thailändisch long-kong). Saison: Mai bis November. Kleine runde Früchte mit sandfarbener, dünner Schale, die in Trauben wachsen. Das Fruchtfleisch ist halbtransparent und weiß, mit süßem Geschmack und leichter Säure. Man isst sie frisch. Wichtig: Nicht auf den Kern beißen – er ist bitter. Reich an Kalzium, Phosphor, Kalium, Eisen und den Vitaminen B1, B2 und C.
Mango (thailändisch Mamuang). Saison: März bis Juni. Thailändische Mangosorten unterscheiden sich stark von denen in anderen Ländern, besonders von amerikanischen. Viele Sorten wachsen nur in Thailand und sind so beliebt, dass ihr Export Millionen Kilogramm erreicht.
Mangostan (thailändisch Mangkhud). Saison: April bis September. Während der gesamten Regenzeit sind die Märkte voll mit Mangostanen. Unter der dicken, dunkelroten Schale befindet sich cremig-weißes Fruchtfleisch, das man am besten mit einer Gabel isst. Der Geschmack ist süß mit leichter, angenehmer Herbe. Je mehr Segmente eine Frucht hat, desto weniger Kerne enthält sie.
Papaya (thailändisch Malakor). Saison: ganzjährig. Die Papaya erschien im 16. Jahrhundert in Indochina und wird seitdem dort kultiviert. Eine typisch thailändische Verwendung ist der scharfe Salat som tam aus unreifer, geraspelter Papaya mit getrockneten Garnelen, Knoblauch und Chili.
Pomelo (thailändisch Som-oh). Saison: August bis November. Vom Geschmack her ähnelt Pomelo dem Grapefruit, ist aber süßer. Außerdem ist die Frucht deutlich größer. Das Fruchtfleisch kann rot, blassgelb oder orange sein.
Rambutan (thailändisch Ngaw). Saison: ganzjährig, Hochsaison Mai bis September. Eine der auffälligsten und leckersten Früchte Thailands. Die leuchtend roten Früchte mit blassgrünen „Haaren“ erinnern geschmacklich an Weintrauben, sind aber süßer. Anbaugebiete sind Chanthaburi, Pattaya und Surat Thani.
Rosenapfel (thailändisch Chom-poo). Saison: ganzjährig. Es gibt zwei Sorten – pink und grün. Der Geschmack ähnelt normalen Äpfeln, nur leicht säuerlicher. Die schönsten Früchte erscheinen von November bis März.
Salak (thailändisch La Kham). Eine schuppige Frucht, kastanienbraun und oval, mit spitz zulaufenden Enden. Die Schale ist dünn, aber mit weichen kleinen Stacheln besetzt. Das weiße Fruchtfleisch hat einen leicht gelblichen Ton.
Sapodilla (thailändisch La-moot). Saison: September bis Dezember. Unerfahrene könnten die Frucht mit einer kleinen, braunen, eiförmigen Mango verwechseln. Das Fruchtfleisch ist süß, weich und wird wegen seiner attraktiven braunen Farbe oft für Dekoration verwendet.
Zuckerapfel (thailändisch Noi Naa). Saison: Juni bis September. Unter der höckerigen, grünlichen Schale verbirgt sich süßes, aromatisches, cremefarbenes Fruchtfleisch. Reife Früchte kann man mit dem Löffel essen. Zuckerapfel ist Basis für ein besonderes Eis, das in thailändischen Restaurants serviert wird.
Karambole (thailändisch Ma-feung). Saison: Oktober bis Dezember. Die gelben oder grünen Früchte sind länglich und bilden beim Aufschneiden sternförmige Scheiben – daher der Name „Sternfrucht“. Der Geschmack ist angenehm blumig und leicht süß, unreife Früchte sind säuerlicher.
Tamarinde (thailändisch Makham Thad). Saison: Dezember bis März. Tamarinde ist eigentlich sauer, doch in Thailand wächst auch eine süße Sorte. Man kocht die Früchte oft in Wasser zu einem erfrischenden Getränk, aber viele Thais essen die süße Tamarinde frisch.
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