Kerala bietet die schönsten Strände, die komfortabelsten Hotels, Wasserkanäle für Reisen mit Hausbooten, Gewürz-, Kaffee- und Teeplantagen, das Nationalreservat Periyar, die Kampfkunst Kalaripayattu, die Tradition des indischen Tanztheaters Kathakali sowie zahlreiche Ayurveda-Zentren. All dies befindet sich inmitten von Palmen, vielen christlichen Kirchen (ein Drittel der Bevölkerung ist christlich) und gleichzeitig roten Fahnen mit Hammer und Sichel, denn Kerala ist ein kommunistischer Bundesstaat. Es ist die wohlhabendste, sauberste, gebildetste (100 Prozent Alphabetisierung) und am besten organisierte Region Indiens. Aber auch das Indien aus dem Dschungelbuch ist Kerala.
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Kerala wird als „Land der Götter“ bezeichnet. Einer Legende zufolge ruht Vishnu, der Beschützer der Welt, hier auf einer kosmischen Schlange. Es gilt außerdem als „Land der Wellen, der Gewürze und der Magie“. Kerala schenkt so viel Glück und Wohlbefinden, dass es wohl keinen Menschen gibt, der sich nicht in dieses paradiesische Land verliebt. Deshalb trägt es auch den Namen „irdisches Paradies“.
Der Bundesstaat Kerala liegt an der südöstlichen Küste Indiens und erstreckt sich als schmaler Landstreifen zwischen den grünen Bergen der Westghats im Osten und dem Arabischen Meer im Westen. Die tropische Küste, die durch Monsunregen gespeist wird und von Kanälen und Seen durchzogen ist, ist ein wahres Urlaubsparadies. Ein mildes Klima, lange Strände, ruhige Binnengewässer, smaragdgrüne Teeplantagen, beeindruckende Tierwelt, Wasserfälle, Ayurveda-Behandlungen und eine reiche kulturelle Tradition machen Kerala zu einem einzigartigen Reiseziel.
Kerala ist einer der am weitesten entwickelten indischen Bundesstaaten mit vollständiger Alphabetisierung, der niedrigsten Kindersterblichkeit und der höchsten Lebenserwartung in Indien. Zudem gilt Kerala als der sauberste Bundesstaat. Der Tourismus ist hier sehr gut ausgebaut: internationale Flughäfen wie Kochi, Trivandrum und Kozhikode sowie zahlreiche luxuriöse Hotels stehen zur Verfügung.
Die Geschichte Keralas reicht weit zurück, in die Zeit, als der Duft der Gewürze Seefahrer aus aller Welt an die Silberküste lockte: Phönizier, Römer, Chinesen, Araber und Juden; später Holländer, Portugiesen und Briten. Schon die Schiffe des Königs Salomo kamen nach Kerala, um Gewürze und Holz zu holen. Marco Polo berichtete, dass im Hafen von Calicut täglich etwa zweihundert Schiffe lagen. Auch Christoph Kolumbus wollte ursprünglich nach Kerala segeln, bevor er auf seiner Westfahrt Amerika erreichte. Bekannt wurde Kerala in Europa durch Vasco da Gama, der vor rund fünfhundert Jahren für Portugal dieses Gebiet entdeckte.
Die Reisenden und Siedler brachten ihre Kulturen mit und verwandelten Kerala in ein Mosaik: chinesische Fischernetze bei Fort Kochi, der holländische Palast und die jüdische Synagoge in Mattancherry sind nur einige der bis heute erhaltenen Zeugnisse der Vergangenheit.
Trotz all dieser Einflüsse hat Kerala über Jahrtausende seine eigene Identität bewahrt. Besonders stark zeigt sich dies beim Onam-Fest, das dem Dämonenkönig Mahabali gewidmet ist, der einmal im Jahr aus der Unterwelt zurückkehrt, um sein Volk zu besuchen. Während Onam werden große Festumzüge und Bootsrennen auf langen Schlangenbooten veranstaltet.
Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung Hindus sind, herrscht in Kerala eine lange Tradition religiöser und ethnischer Toleranz. Das Christentum ist hier seit dem 1. Jahrhundert verbreitet und soll auf den Apostel Thomas zurückgehen, der im Jahr 52 n. Chr. ankam. Die erste Moschee Indiens wurde im 8. Jahrhundert in Kerala gebaut, und die Nachkommen der jüdischen Händler König Salomos errichteten 1567 die Synagoge in Kochi.
Der Geist Keralas zeigt sich besonders stark in den darstellenden Künsten: Kathakali, einer anspruchsvollen Tanzdramaturgie mit strenger Form, die etwa 1500 Jahre alt ist; Kuthu und Kutiyattam, noch älteren Theatertraditionen. Weitere Kunstformen sind Mohiniyattam, Ottan Thullal, Parayan Thullal und Seethankan Thullal.
Hinter all diesen klassischen und volkstümlichen Kunstformen steht die Kampfkunst Kalaripayattu, eine der ältesten und entwickelsten Kampfkünste der Welt. Sie ist eng mit Ayurveda verbunden. Jedes Jahr reisen Tausende Menschen in die Ayurveda-Zentren Keralas.
Ayurveda ist eine Lebenswissenschaft, die alle Aspekte der menschlichen Existenz umfasst und das Leben des Menschen mit dem Universum verbindet. Sie gilt als das älteste und vollständigste Medizinsystem der Welt. Die grundlegenden Schriften wurden vor mehr als zweitausend Jahren in Indien verfasst. Seit jeher kamen Ärzte aus aller Welt nach Indien, um Ayurveda zu studieren: Chinesen, Tibeter, Afghanen, Perser, Ägypter, Griechen und Italiener. Viele pharmazeutische Unternehmen produzieren heute ayurvedische Heilmittel nach traditionellen Rezepten und unter den ursprünglichen Namen.
Ayurveda beruht auf dem Verständnis, dass der menschliche Körper im Einklang mit den Naturgesetzen funktionieren muss. Es ist eine Kunst des gesunden Lebens, ein System, das Körper, Geist und Seele in Harmonie bringt. Ayurveda verwendet Edelsteine, Metalle, Blumen, Kräuter, Düfte und besondere Lebensmittel zur Behandlung verschiedener Krankheiten. Ziel ist es, den Menschen zu einem Zustand vollkommenen Wohlbefindens zu führen. Denn alles im Universum ist miteinander verbunden und abhängig voneinander. Ayurveda hilft, ein gesundes Leben zu führen, das äußeren Einflüssen standhält und innere Stärke bewahrt.